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Black week, black Friday und wie sie alle heißen

Ich glaube, es fing vor ungefähr zwei Wochen an. Da hat man die ersten Werbungen in Bezug auf die kommende Black Week gesehen. Das steigerte sich von Tag zu Tag, bis es diese Woche den Höhepunkt erreichte. So habe ich diese Woche nur noch ein Wort gehört: Black Friday. Jede Webseite, jeder Fernsehsender, Facebook, Instagram,.. ja überall konnte man nichts anderes mehr lesen/hören. Man wurde ständig damit bombardiert, wie günstig man jetzt shoppen kann und dass man dieses Event ja nicht verpassen soll. Doch was ist Black Friday überhaupt?
Black Friday ist der Tag nach dem Erntedankfest (besser bekannt als Thanksgiving). Dies ist der Beginn der Weihnachtsgeschäftssaison. Doch Black Friday ist kein eintägiger Event mehr. Nein, es fängt am Freitag vor dem Thanksgiving an und dauert bis nächsten Freitag (dieser berühmter Black Friday). Aber warum black? Die Kaufhäuser machen an diesem Tag hohe Umsätze (schreiben schwarze Zahlen). Wenn ich mich ca. zehn Jahre zurück erinnere, da hat keiner den Black Friday gekannt. Nein, damals war das nur ein Riesending in Amerika. Und da es dort super funktioniert, soll es auch bei uns geben. Wir haben uns damals immer wieder mit Sale Angeboten, wie Sommersale oder Wintersale zufrieden gegeben. Aber wir wollten mehr. Mehr shoppen, größere Umsätze, exklusive Sale Angebote. Einfach MEHR, MEHR, MEHR. Und seitdem online shopping die einfachste und bequemste Art von Einkaufen ist, liegt es auf der Hand, dass auch der europäische Handel mitzieht und den Black Friday als festen Bestandteil einführt. Und wenn ich die Werbung von 2017 mit dieser von 2018 vergleiche, war es dieses Jahr praktisch unmöglich dieses magische Wort nicht zu hören. Im Fernsehen lief es im Minutentakt nur rauf und runter. Und auch die Zeitungen haben den Werbeanzeigen bezüglich Black Friday ganz viel Platz gewidmet. Überall wurde man dazu verleitet, man soll jetzt zugreifen, da die Angebote begrenzt und unschlagbar sind. Denn den Fernseher, der eigentlich 1000€ kostet, gibt es jetzt nur für unglaubliche 799€. Da muss man ja zuschlagen. Oder die tolle Markenjeans. 50% reduziert. Ein Schnäppchen. Ich sage ja nicht, dass diese Angebote schlecht sind. Sind sie nicht. Die sind gut. Sehr gut sogar. Doch warum sollte ich genau jetzt zugreifen? Weil es Black Friday ist? Weil ich 20, 30 oder sogar 50% spare? Weil ich mit der Mehrheit mitziehen muss?

Heute nach der Arbeit war ich Lebensmittel kaufen. Da es Black Friday mittlerweile in fast jeder Branche gibt, warte ich nur noch darauf, dass auch der Lebensmittelhandel es einführt. Zwar weiß ich nicht ob das realisierbar wäre, es wäre sicher sehr interessant. Ich stelle mir dann das folgendermaßen vor:

„Es ist Black Friday. Ich gehe ins Lebensmittelgeschäft. Ich packe mein Einkaufswagen mit Lebensmittel voll. Als ich schon an der Kasse stehe, fällt mir ein, dass ich die Milch vergessen habe. Ich laufe schnell in die Abteilung wo Milch steht und da sehe ich ein großes Schild mit der Aufschrift: Heute, am Black Friday, 1l Vollmilch statt 0,90€ um unglaubliche 0,45€. Greifen Sie zu.“

Ja, das ist vielleicht eine eigenartige Vorstellung, doch überraschen sollte uns das nicht. Vielleicht ist es irgendwann wirklich soweit.
Doch warum zieht uns black Friday so magisch an?
Periscope® By McKinsey hat im Jahr 2017 eine Studie zur Konsumentenstimmung gegenüber dem Black Friday durchgeführt. Diese ist zum Ergebnis gekommen, dass der wichtigste Motivationsfaktor für das Einkaufen an diesem schwarzen Freitag die verführerischen Angebote, die es nur zur dieser Zeit gibt, sind. Außerdem haben die Verbraucher, die vor allem an den elektronischen Waren interessiert sind, angegeben, dass sie ihre Black Friday-Einkaufsaktivitäten sowohl im Ladengeschäft als auch online durchzuführen.
Ich sehe den Black Friday als ein Wettbewerbsumfeld, da nicht alle Käufer das bekommen, was sie wollen. Ja, als ein Kampf der Stärksten. Und dieser Kampf verursacht sowohl positive als auch negative Emotionen. Käufer sind begeistert, wenn sie bekommen, was sie wollen, und frustriert, wenn sie es nicht tun. Emotionen haben großen Einfluss auf unser Konsumentenverhalten. Es gibt ja sogenannte Emotionskäufer. Studie von SMITH ergab dass es 8 emotionale Einkaufszustände gibt, die das Einkaufsverhalten beeinflussen:

1. Käufer braucht Meinung von anderen Kunden
In diesem Zustand sucht der Käufer nach Meinungen anderer Kunden zu ihrem Einkauf und kann von Experten beraten werden.
2. Entscheidungsangst
Diese Leute werden beim Einkaufen überwältigt. Sie sind jedoch nicht in der Lage, die verfügbaren Optionen so zu erfassen und zu bewerten, dass sie sich sicher genug fühlen, um eine Entscheidung zu treffen. Sie entscheiden sich also dafür, überhaupt nicht oder entscheiden überstürzt.
3. Ich bin etwas Besonderes
Diese Kunden lieben es, sich besonders und einzigartig zu fühlen. Sie sehnen sich nach außergewöhnlichen Einkaufserlebnissen, die genau zu ihren individuellen Einkaufsvorlieben und -gewohnheiten passen, und teilen ihre Einkäufe mit ihrem Netzwerk.
4. Muss der Erste sein
Dieser Kunde muss ein bestimmtes Produkt als Erster haben. Er/Sie hat eine starke Meinung über Marken und ist meistens Derjenige, der vor dem Geschäft wartet als ein neues Handymodell verkauft wird.
5. Besserwisser
Jeder kennt sie. Sie forschen gerne und sind von ihrem Wunsch getrieben, der Führer und Experte zu sein, an den sich Freunde, Kollegen und Kollegen wenden können, um Empfehlungen zu erhalten.
6. Kaufen & fertig
Diese Menschen werden beim Einkaufen leicht frustriert und möchten so wenig Zeit wie möglich mit dem Einkaufen verbringen und das Erlebnis nicht besonders genießen.
7. Lust auf Spaß
Einkaufen, um sich belohnt oder inspiriert zu fühlen. Ihr ideales Einkaufserlebnis ist der Einsatz digitaler Technologien in den Geschäften, im Internet und in den sozialen Medien.
8. Reue vermeiden
Diese Leute betrachten das Einkaufen als eine lästige Pflicht und würden sich immer für den einfachsten Weg entscheiden.

Dieser Black Week Hype bringt für den Einen oder Anderen auch den Schlafentzug mit. Denn viele Rabataktionen beginnen bereits um Mitternacht oder am frühen Morgen. Und wer unbedingt zuschlagen will, ist auch bereit sehr früh aufzustehen. Voriges Jahr habe ich gesehen, zu was solche Aktionen manche Leute treiben.
Ein bekanntes Elektronikgeschäft hat um 6 Uhr früh mit speziellen Angeboten gelockt. Nein, ich war nicht dort. Habe nur die Fotos auf FB gesehen. Es gab Massen von Menschen, die extra sehr früh aufgestanden sind, nur um die Ersten im Geschäft zu sein um sich diese Angebote nicht entgehen zu lassen. Ist das noch Eigenwille?
Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht einfach altmodisch, da ich mich von diesen Angeboten nicht anlocken möchte. Aber ich denke dass diese Events einfach so sehr in das Unterbewusstsein mancher Menschen drängen, dass sie wie fremdgesteuert reagieren. Ja mir kommt das so vor, dass man unbewusst quasi zu der Entscheidung gezwungen wird genau an diesem Tag etwas zu kaufen. Egal ob man es dringend braucht oder nicht. Aber ich als Konsument will meine Einkäufe selbst entscheiden können. So viel steht mir wohl zu. Und ja, vielleicht verpasse ich so tolle Angebote und bereue es nachher, aber zumindest mache ich keine Fehlkäufe, die ich später noch mehr bereue.

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