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Work-Life Balance: was ist das?

Überarbeitet, ständig verbunden und konstant verplant sind nur einige Adjektive, die heutige Gesellschaft gut beschreiben. Angst um Arbeitsplatz. Diese führt dazu, dass man die regelmäßigen Pausen in der Arbeit überspringt/verkürzt, Überstunden sind keine Ausnahmen mehr, sondern werden zur Regel. Viele gehen Menschen gehen krank arbeiten oder nehmen die Arbeit mit nach Hause. Sogar am Wochenende oder in der Freizeit lässt uns der Gedanke an die Arbeit nicht los. Die ständige Verbundenheit mit dem Internet macht uns möglich, dass wir 24/7 von Informationen überflutet werden. Sei es in sozialen Netzwerken, Online Shopping, Online Banking oder einfach surfen um an die Informationen zu kommen. Viele Dienste, für die es früher undenkbar war, dass man sie online betreibt, sind heute ganz normal. Warum sich gewöhnlich kennenzulernen, wenn doch die Möglichkeit besteht online zu daten? Es ist wirklich schon selbstverständlich, dass heute jeder Begriff/Sache/Produkt gegoogelt wird. Denn schließlich ist das der schnellste Weg um an die benötigten Informationen zu kommen. Viele können nicht mal im Urlaub den Internetverbrauch minimieren/einschränken, denn das führt schnell zum Stress.

“Ich könnte ja verpassen, was aktuelle Neuigkeiten/Nachrichten sind. Ich könnte nicht sehen ob mir wer folgt, mein Foto gelikt hat, mir einen Snap geschickt hat oder meinen Beitrag getwittert hat.“

Deswegen gewinnt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben immer mehr an Bedeutung und hat sich unter dem Begriff Work-Life Balance etabliert. Doch was ist das überhaupt?
Work-Life-Balance ist die Fähigkeit, berufliche, familiäre Verpflichtungen sowie andere nicht arbeitsbezogene Verantwortlichkeiten und Aktivitäten zu vereinbaren und erfüllen. Es geht also um ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben.

Greenhaus et al. (2002) definiert Work-Life-Balance als Zufriedenheit und gutes Funktionieren bei der Arbeit und Zuhause mit einem Minimum an Rollenkonflikten.

Work-Life-Balance ist wichtig aus Sicht des Arbeitnehmers wie auch aus Sicht des Arbeitsgebers. Der Arbeitnehmer steht vor dem Dilemma: wie soll ich Arbeitsverpflichtungen und persönliche/familiäre Verpflichtungen bewältigen? Anderseits steht der Arbeitgeber vor der Herausforderung, ein unterstützendes Unternehmen und Unternehmenskultur zu schaffen, in der sich die Mitarbeiter während der Arbeitszeit voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Die Studie von Matilla-Santandera et al. (2017) untersuchte die Zufriedenheit mit Arbeitszeit und Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Rahmen der Europäischen Union. An der Studie nahmen 398 Arbeitnehmer der EU teil. Frauen hatten höhere Zufriedenheit mit Arbeitszeit und Work-Life-Balance als Männer. Die höchsten Zufriedenheitswerte wurden in den nordischen Ländern gefunden. Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit wurden “übermäßige Arbeitszeiten” (48,7%), “Schichtarbeit” (27,9%) und “Unfähigkeit, den Dienstplan zu beeinflussen” (28,3%) genannt. Die Unterschiede im Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zeigen, dass es in den EU-Ländern Ungleichheiten bei den Arbeitsbedingungen gibt.

Doch was tun um die Work-Life-Balance zu steigern?

1. Bestimme deine Prioritäten.
Nehme dir Zeit, um ernsthaft darüber nachzudenken, was für dich am wichtigsten ist, und erstelle eine Liste deiner wichtigsten Prioritäten (sowohl bei der Arbeit als auch zuhause). Was soll ich mehr machen? Was soll ich weniger machen? Wie will ich meine Freizeit verbringen?
2. Grenzen setzen.
Setze dir realistische Grenzen für das, was du bei der Arbeit und zu Hause tun und nicht tun wirst. Kommuniziere diese Grenzen klar mit deinem Vorgesetzten, Kollegen, Freunden, Partner, Familie.
3. Deine Gesundheit steht an erster Stelle.
Wenn du physisch, psychisch oder emotional nicht in bester Form bist, leidet dein Berufsleben und auch dein Privatleben. Deshalb achte dass du dich gesund ernährst, dich ausreichend bewegst und genügend schläfst.
4. Pflege deine Beziehungen.
Beziehungen mit der Familie, Freunden, Partner und jeden, den man gern hat, bringen uns innere Zufriedenheit. Diese Personen kennen uns am besten, stehen zu uns in guten und schlechten Zeiten und motivieren uns.
5. Verzichte auf Menschen, die dir deine Energie nehmen.
Es gibt Menschen, die saugen uns wortwörtlich aus. Danach fühlt man sich leer, nimmt unbewusst ihre schlechte Energie an und ist sauer auf sich selbst, warum man überhaupt diesen Leute seine Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt hat. Je früher man einen Energiesauger in seiner Nähe wahrnimmt, desto eher kann man diesen aus seinem Leben streichen.
6. Nimm die Arbeit nicht mit nach Hause.
Entwickle einen mentalen Ein-Aus-Schalter zwischen Arbeit und Zuhause. Ein Beispiel: Wenn du von der Arbeit gehst, denke noch während deines Heimwegs an die Arbeit. Aber sobald du in die Wohnung kommst, rede und denke nicht mehr an die Arbeit. Jetzt bist du Zuhause und das soll deine arbeitsfreie Zone sein.

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